Conny's Gartentagebuch - Woche 3
24. Mai 2026
In der dritten Sitzung haben wir Blumenbomben gemacht und Bodenproben entnommen. Interessant fand ich, wie unterschiedlich sich beides angefühlt hat: Einmal haben wir etwas in die Umgebung gegeben, einmal etwas aus ihr herausgenommen. Die Blumenbomben haben etwas Spielerisches, aber auch leicht Heimliches, so als würde man als Kind irgendetwas verbotenes machen. Wir haben sie auf dem Campus verteilt und darauf geachtet sie so zu platzieren, dass sie nicht direkt abgemäht werden. Dabei musste ich daran denken, wie oft ich mir wünsche, dass es mehr solcher bunten und wilden Flecken gäbe, wenn ich sie sehe. Vielleicht motiviert es mich in Zukunft sowas selber mit Freunden zu machen.
Die Bodenprobe war dagegen viel geordneter. Der Boden war hart, und es war gar nicht so leicht, tief genug zu graben. Parallel zum Text von Latour kann man also sagen, dass Natur nicht einfach nur beobachtet wird, sondern erst durch Proben, Beschriftungen und Auswertungen vom Menschen bzw. Wissenschaftler*innen zu etwas wird, das man wissenschaftlich bearbeiten kann.
Gerade dieser Satz zum Seminar als Gegensatz blieb mir im Kopf:
"Etwas wachsen lassen und gleichzeitig etwas untersuchen."
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