Update Kinderbuch 12.- 18.06.26: Konkrete Arbeit – konkrete Fragen – konkrete Antworten
5 Min. Lesezeit
Fynn Murken (er/ihn)
Update vom 18.06.2026
Uns allen ist der letzte Freitag noch sehr in positiver Erinnerung. Mandalas, gemeinsames Singen, und unser lieber Besuch haben das Seminar zu etwas ganz besonderem gemacht. Doch ging es nicht nur darum zu malen und zu singen, sondern es hieß auch: ARBAYT. Und damit meine ich nicht nur das tapfere Pflanzen des Blumenmandalas im strömenden Regen, sondern auch unsere interne Gruppenarbeit.
Wir wussten: Die Geschichte muss endlich geschrieben werden, und: Eine Geschichte schreibt sich nicht von alleine. Es reicht nicht, nur ungefähr zu wissen, worum es in der Geschichte gehen soll, sondern es musste nun konkret werden. Wir haben die Freiräume des Seminars und der Pausen genutzt, um intensiv über verschiedene Fragen zu beraten.
Die erste wichtige Frage war: Wie lang darf/muss/soll die Geschichte sein?
Das Format eines Kinderbuchs gibt ein gewisses Maß an Simplizität vor. Aber wie simpel darf es sein? Wir haben durchaus den Wunsch, unserer Geschichte auch Tiefe zu verteilen. Letztlich handelt es sich ja nicht nur um ein Kinderbuch, sondern auch um ein kulturwissenschaftliches Produkt, in dem wir unsere Entdeckungen und das neue Wissen über Natur, Tiere und den Bürgerpark verarbeiten und verbreiten. Freitag haben wir dann gesagt, wir halten die Geschichte doch recht knapp. Vielleicht zwei Sätze pro Seite. Die Autorinnengruppe widmet sich dann dem Schreiben und es stellt sich heraus, dass es doch mehr Sätze werden. Der Rest der Gruppe reviewt den ersten Entwurf und wir stellen gemeinsam fest, dass uns die Variante nun doch besser gefällt.
Eine weitere Frage, die nach der Story aufgekommen ist, ist, wie wir den Bürgerpark darstellen wollen. In unserer Geschichte zerstört ein Rasenmäher die Geburtstagspläne unserer*s Hauptprotagonist*in Pünktchen. Das wirft eigentlich ein schlechtes Licht auf den Bürgerpark und uns als Menschen, als Zerstörer der Natur. Das fanden wir erst etwas unglücklich, bis wir dann gemerkt haben, dass wir im Buch aber auch aufzeigen, wie der Bürgerpark aktiv Lebensräume schafft anhand der "Naturwiese", in der Pünktchen am Ende den Geburtstag feiert.
Die dritte große Frage, die wir auch schon letzten Freitag besprochen haben, war die nach der Illustration. Wie viele Bilder? Was wird auf den Bildern gezeigt? Wie schaffen wir es, dass die Kinder, mit denen wir die Bilder für das Buch ausmalen, mit unseren Vorlagen etwas anfangen können? Und wie wirkt das ganze dann im Zusammenspiel mit Text und Storyline? Diese Frage hat uns auch gestern bei einem weiteren Treffen beschäftigt. Ehrlich gesagt haben wir darauf noch keine genaue Antwort. Was wir wissen, ist, dass es aktuell auch noch okay ist, dafür noch keine perfekte Lösung zu haben. Die Story bildet die Grundlage für alles und im nächsten Schritt widmet sich unsere Illustrationdelegation dem ästhetischen Design unseres Kinderbuchs. Dafür ist auch schon ein Treffen mit Wiebke, unserer Ansprechpartnerin im Bürgerpark in Planung, das wohl nächste Woche stattfindet.
Auch die Frage, wie die Musik in das Buch integriert werden kann, war Bestandteil unserer Gespräche. Hier ist klar, dass die Lieder keinen Teil des Plots sind, sondern ihn nur ergänzen und zwischen verschiedenen Szenen auftauchen. Es wird wohl einen Titelsong geben, ein paar Songs, die zu den verschiedenen Tieren passen, sowie ein Partylied am Ende. Inwiefern "Kinder pflanzen Pflanzen" und das "Es war einmal ein Blumenpaar" im Rahmen des Projektes auftauchen, ist noch nicht klar. Möglicherweise gibt es diese dann als eine Art "Zugabe".
Zuletzt haben wir uns auch gefragt, ob wir die Kinder eigentlich genug in unser Buch einbinden. Auf Grundlage Olivers anfänglichen Inputs, Kinder aktiv einzubiehen, haben wir früher darüber nachgedacht, wie man das machen könnte. Mittlerweile haben wir uns schon lange dafür entschieden, die Kinder nicht an der Geschichte mitschreiben zu lassen, sondern sie nur die Bilder zu einer schon fertigen Geschichte malen zu lassen. Dieser Kompromiss entstand mehr oder weniger als logischer Schritt, den wir nicht tiefer hinterfragt haben. Wir haben uns am Donnerstag aber trotzdem nochmal Zeit genommen, das zu besprechen, und uns darin bestätigt, dass wir das Verfahren so sehr gut finden. Mit den Kindern etwas zusammen von Grund auf die Beine zu stellen, braucht sehr viel Zeit und Energie und pädagogische Kompetenz, die wir nicht haben. Wir finden, dass unser Kompromiss so perfekt ist, da wir die Kinder am Buch mitarbeiten lassen, aber uns nicht Dinge vornehmen, die wir gar nicht schaffen können. Außerdem gehen wir so sicher, dass wir unser Wissen über den Bürgerpark verarbeiten können und selber das Licht auf das lenken können, was wir gerne mitteilen möchten. Die Lebensräume der Tiere vorzustellen und wie vielfältig die Natur im Bürgerpark ist, und was wir Menschen tun, um diesen Lebensraum zu enthalten und zu bereichern.
Wir haben also, wie ihr seht, viele Fragen schon ziemlich gut beantworten können, was sich gut anfühlt. Denn diese Fragen geistern schon seit Wochen in unseren Köpfen. Aber es gehört auch zum Prozess dazu, dass wir sie nicht sofort beantworten können, sondern für manche Fragen erstmal ins Detail, in die konkrete Arbeit gehen müssen, um dann zu merken, was überhaupt funktioniert und was nicht.
Endlich kommt das Buch zusammen und wir sehen erste große Ergebnisse. Wir freuen uns auf die nächsten Wochen an Arbeit, die uns bevorstehen. Jetzt geht es mit der Illustration weiter, wir werden uns im Juli mit den Kindern im Bürgerpark treffen und freuen uns auf diese Zeit schon sehr. Und natürlich ist die Liederschmiede aktiv, jetzt wo der Plot da ist, da ich endlich konkrete Lieder entwickeln und freue mich darauf sehr.
Bis bald
Fynn vom Kinderbuch-Team
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