Dritte Sitzung Wissens-Wiki (29.05.2026)
Unsere Sitzung begann damit, dass Oliver uns das Thema „Boden“ näher brachte und uns über Stark-, Schwach- und Mittelzehrer aufklärte: während Starkzehrer (u.a. Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Gurken) einen sehr nährstoffreichen Boden benötigen, haben Schwachzehrer (u.a. Erbsen, Radieschen und die meisten Kräuter) einen deutlich geringeren Nährstoffbedarf. Zudem existiert noch die Kategorie der Mittelzehrer, unter die beispielsweise Spinat und Karotten fallen. Diese Bedürfnisse sind relevant, wenn es um die Beetplanung geht, d.h. wie man den Boden auf- und einteilt und welche Pflanzen nebeneinander angepflanzt werden können und welche nicht. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass der Boden Ruhephasen benötigt und man ihn nicht jahrelang „strapazieren“ sollte, d.h. immer nur in einem Teil der Beete etwas anpflanzen und diese Bereiche dann auch wechseln sollte. Ebenso interessant war die Information, dass Gemüse und Kräuter sich im Hinblick auf den Gechmack beeinflussen können, wenn man sie nebeneinander anpflanzt (z.B. Radieschen und Kresse), sodass sie ein einzigartiges Aroma entfalten. Es wurde auch der Vergleich Haut – Boden angestellt, die beide die Gemeinsamkeit besitzen, dass sie das größte, nicht offensichtliche Organ des Menschen bzw. der Erde sind.
Anschließend wurden wir in Gruppen eingeteilt, bekamen alle unterschiedliche Päckchen mit Pflanzensamen und sollten uns dann informieren und überlegen, ob man die jeweiligen Pflanzen nebeneinander einpflanzen könnte, vor allem unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse (Stark-/Schwachzehrer).
Später ging es dann noch nach draußen auf die Wiese beim SFG: wir laßen gemeinsam das erste Kapitel des Buches „Wilde Erbsen“ und tauschten uns danach u.a. darüber aus, welche Assoziationen wir mit dem Thema „Vorlesen“ haben. Für viele war die Thematik negativ behaftet aufgrund von schlechten Erfahrungen in der Schule, was sehr nachvollziehbar war. Oliver fügte hinzu, dass das gemeinschaftliche Vorlesen nicht von jetzt auf gleich funktioniere und innerhalb unseres Kollektivs gemeinsam erarbeitet und erlernt werden könne.
Im Anschluss sollte die Erde im SFG-Garten ausgegraben werden, um dort unser Saatgut zu verteilen. Im Visier hatten wir jedoch erst einmal ein etwas instabiles großes Schild, welches schon lange auf der Wiese zu liegen schien und weggräumt werden sollte, um Platz für Neues zu schaffen. Nachdem wir es aufgerichtet und gegen das Gebüsch gelehnt hatten, kamen (wie erwartet und das letzte Mal bereits gesehen) unzählige Ameisen mitsamt ihren Larven zum Vorschein. Oliver meinte „ich gebe ihnen fünf Minuten, bis sie ihre Larven weggeschafft haben“ – er hatte Recht: innerhalb von kürzester Zeit brachten die Ameisen ihre Larven in Sicherheit; wirklich faszinierend!
Leider reichten die Schaufeln nicht für alle Leute, sodass nicht alle mitanpacken konnten. Nachdem etwas Zeit verstrichen war, begann ich mir die Hochbeete genauer anzuschauen und war überrascht, wie schnell einige Pflanzen, die im Rahmen des Seminars angepflanzt wurden, gewachsen waren. Neben mir standen ein paar andere Kommiliton:innen und eine von ihnen fing an, die verschiedenen Kräuter zu probieren, was uns dazu verleitete, sie ebenfalls zu probieren. So kam es zu einem „Kräuter-Taste-Test“ mit interessanten Ergebnissen: zum Beispiel war die glatte Petersilie deutlich saurer und geschmacksärmer, während die krause Petersilie frischer und würziger schmeckte. Und die Kräuter waren erst der Anfang – ich bin sehr gespannt, wie sich das Gemüse weiterentwickelt und wie es dann schmecken wird, wenn wir es ernten können. Das Aussäen und Einpflanzen ist eine Sache, aber die andere ist es, das Angebaute auch zu essen und zu sehen, was man selbst in Zusammenarbeit mit der Natur geschaffen hat.
Kommentare (4)
Besonders spannend fand ich das gemeinsame Vorlesen. Ich habe Ähnliches bereits im Freundeskreis erlebt, als wir uns gegenseitig Weihnachtsgeschichten aus einer Sammlung von Dirk Böhling vorgelesen haben. Dabei habe ich gemerkt, wie bereichernd gemeinsames Vorlesen sein kann und wie es Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Deshalb konnte ich Olivers Gedanken dazu gut nachvollziehen. Außerdem war ich beeindruckt von der enormen Anzahl an Ameisen unter dem Schild. So viele Ameisen und Larven auf einmal habe ich selten gesehen. Es war faszinierend zu beobachten, wie schnell und organisiert sie ihre Larven in Sicherheit brachten. Auch die Entwicklung der Pflanzen hat mich überrascht. Beim Gießen und Betrachten der Beete wurde deutlich, wie rasant die Pflanzen durch das warme und sonnige Wetter gewachsen sind. Dadurch wächst die Vorfreude auf die gemeinsame Ernte.
Ich war währenddessen bei KiWa&Wi und nach einer Einführung von Ben, darüber welche Aufgaben wir in den nächsten Wochen angehen könnten, haben wir uns aufgeteilt. Es gab eine Gruppe, die ein Bücherfenster umsetzen will, den Getränkekühler hat eine andere Gruppe bereits umgesetzt und meine Gruppe hat sich an das Bänke bauen rangetraut. Ich find das total lustig, dass ich in diesem Studiengang einfach die Seminarzeit damit verbringen konnte zu sägen, zu hämmern und zu bohren. Ich bin echt nicht der Geschicklichste, aber es hat Spaß gemacht und die zwei Bänke stehen, wenn auch etwas wackelig. Gleichzeitig konnten wir ein gutes Stück Fläche von Unkraut befreien und lernen, wie viel Arbeit eigentlich hinter der Instandhaltung dieses Grundstücks steckt. Während der Arbeit kamen viele Gespräche auf. Zum Beispiel darüber, wie die Natur sich immer alles zurück erkämpft. Ich ging am Ende des Tages sehr erschöpft nach Hause, gleichzeitig aber sehr Stolz auf unsere gemeinsame Arbeit.
Ich fand den Input von Oliver zum Thema Boden am Anfang der Sitzung sehr informativ und lehrreich, und auch der Vergleich vom Boden mit der Haut als Organ ist mir sehr im Kopf geblieben. Es war auch total interessant selbst in die Recherche zu gehen und zu schauen, zu welcher Art von „Zehrer“ das Saatgut zählt. Besonders interessant fand ich, dass Saatgut, was kombiniert miteinander gut schmeckt, auch meist gute Beetnachbarschaft bedeutet (bspw. Tomaten & Basilikum). Auch wenn ich die Idee, dass wir uns alle in die Sonne setzen und gemeinsam ein Kapitel des Buchs lesen, sehr schön fand, muss ich doch sagen, dass es mir sehr schwer viel bei der Sache zu bleiben und aufmerksam zuzuhören, was in der Feedbackrunde danach auch einige andere Studierende bestätigten. Trotzdem war es eine schöne Erfahrung und eine gute Möglichkeit das schöne Wetter zu nutzen, bevor es dann an die körperliche Arbeit im Garten ging.
Ich war in dieser Sitzung aus gesundheitlichen Gründen leider verhindert