Eindrücke und Interviews der ersten Sitzung (10.04.)
Nach einer kurzen Einführung in das Seminar haben wir Gruppen gebildet, die unterschiedliche Tagesaufgaben übernommen haben. So gab es zum Beispiel eine Gruppe, die zusammen mit Studierenden des International Office direkt mit der Bepflanzung des SFG-Hofes begonnen hat, während andere Gruppen den Campus ausgekundschaftet haben, um die Flora und Fauna zu erfassen und Ideen für mögliche Projekte zu entwickeln. Meine Gruppe wiederum war dafür zuständig, die Interessen und Vorkenntnisse der Studierenden in Erfahrung zu bringen, um diese für das Seminar nutzbar zu machen. Wir haben uns deshalb verteilt und mit jeweils zwei Personen die anderen Gruppen begleitet und interviewt. Johann und ich sind der Gruppe gefolgt, welche die Aufgabe übernommen hat, Pflanzen und Tiere auf dem Campus zu bestimmen und zu dokumentieren. Je nach Präferenz der interviewten Personen haben wir dabei entweder Video- oder Tonaufzeichnungen erstellt, außerdem haben wir die Antworten in Notizen zusammengefasst. Uns waren zwei recht offene Fragen vorgegeben, die wir stets zuerst gestellt haben; anschließend sind uns häufig Folgefragen eingefallen oder wir haben die Fragestellungen konkretisiert, wenn wir den Eindruck hatten, dass wir dadurch noch wertvolle Informationen für das Seminar erhalten. Insgesamt haben wir 11 Personen befragt - inkl. uns einander gegenseitig.
Dabei haben wir herausgefunden, dass 3-4 Personen bereits ein fundiertes Erfahrungswissen im Gärtnern haben, wobei niemand von sich glaubt, viel botanisches Fachwissen zu besitzen; stattdessen erfolgt das Gärtnern eher intuitiv bzw. es ist Methodenwissen durch Ausprobieren vorhanden. Fast alle Befragten haben zumindest ein wenig Erfahrung mit der Pflege von Zimmer- und Balkonpflanzen. Auch die Gärten von Eltern und Großeltern wurden gelegentlich als Zugänge zum Gärtnern genannt, wobei die meisten Befragten angaben, dort allenfalls begrenzt mitgestalten zu dürfen. Mindestens drei Studierende haben erzählt, dass sie bevorzugt Pflanzen anbauen, die essbar sind bzw. Früchte tragen. Aus unserer Gruppe war ich selbst die einzige, die Beete und Kästen bevorzugt dekorativ gestaltet. Eine befragte Person hat außerdem ihren Wunsch betont, im Einklang mit der heimischen Natur zu gärtnern, also z.B. auf insektenfreundliche Bepflanzung und das Vermeiden von invasiven Arten zu achten. Als Motive für die Seminarteilnahme wurden u.a. das Begrünen von Stadt und Campus aus ökologischen und ästhetischen Gründen genannt, sowie der Wunsch nach Ausgleich und Entschleunigung in der Natur, Lust auf Gruppenarbeit und Vernetzung.
Mir hat heute besonders gefallen, dass viel Raum für Austausch vorhanden war und dass wir die Pläne für das Seminar gemeinsam entwickeln. Ich habe gute Gespräche geführt, sowohl in Bezug auf das Seminar als auch darüber hinaus. Es war spannend, einen Einblick in die vorhandenen Interessen und Skills der Teilnehmenden zu gewinnen und ich hoffe, dass diese im weiteren Verlauf Berücksichtigung finden.
Kommentare (1)
Der intensive Austausch unter uns allen, die wir ja einander noch fremd waren, hat mir auch wirklich gut gefallen. Ich finde es sehr spannend deine Perspektive zu lesen, weil ich an diesem Tag auf der anderen Seite war, nämlich nicht wie du als Fragende sondern als Befragte Person. Mich habt ihr auch interviewt, ich war eine der Personen, die vor allem durch Eltern und Großeltern einen Gartenzugang hatte. Ich fand das wirklich ein nettes Gespräch und eine gute erste Sitzung :)