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Emmas Gartentagebuch (19.06.)

3 Min. Lesezeit ELEmma Leicht (sie/ihr)
Heute haben wir die Stunde damit begonnen, uns über ein Video einer Biologin (und Verschwörungstheoretikerin) auszutauschen. Sie hat nach meinem Verständnis dafür plädiert, das Leben eher als einen Prozess anzusehen, losgelöst von DNA usw. 
“The system itself makes itself” - Das Leben, das Kollektiv verschiedener Leben entsteht durch die Gesamtheit aller, durch die Symbiose, das Zusammenleben verschiedener Organismen und Spezies.

Direkt anschließend daran haben wir uns Gedanken zu einem Bild gemacht, das mich zuallererst an eine Unterwasserwelt erinnert hat. Ich habe mir unter anderem folgende Begriffe notiert: Durcheinander, schön, bunt, Kontrast, hell, dunkel, rund, rundlich, Fantasie, Schimmern, Flackern, Bewegung, Momentaufnahme.
Danach haben wir uns über unsere Eindrücke ausgetauscht. Ich habe dabei mehr zugehört. Es gab viele interessante Denkanstöße, unter anderem auch zu dem Ansatz der Biologin zu Leben und Tod. Sie hat es so erklärt, dass DNA usw. eben weiter existieren, auch, wenn jemand tot ist. Das Leben macht also mehr aus als das. 
Besonders im Kopf ist mir dazu ein Beitrag von Julia geblieben. Sie hat von ihrer früheren Erfahrung als Tierarzthelferin berichtet. Nachdem sie Tiere eingeschläfert hatten, hat man ihnen angesehen, dass sie kein Leben mehr in sich tragen. Sie sahen aus wie Kuscheltiere. Obwohl sie auch hätten schlafen können, hat sie es ihnen angesehen, selbst wenn sie noch ihre Augen auf hatten. Ich fand es berührend, dass sie das mit uns geteilt hat.

Wir hatten leider die Hausaufgabe (einen Podcast anzuhören) nicht gemacht, sodass wir uns noch einen kurzen Moment über das Design unserer Bücherkiste ausgetauscht haben.

Daraufhin folgte eine Mensapause!

Den zweiten Teil des Seminars haben wir draußen verbracht. Wirklich wichtig zu erwähnen ist, dass es enorm heiß war. 32 Grad. Wir haben aber eine, wie ich finde, sehr schöne Aufgabe bekommen.
Wir hatten ca. eine halbe Stunde Zeit einen Teil der Natur zu zeichnen. Das hat mich sehr an früheren Kunstunterricht erinnert. Ich mochte es sehr mich so lange auf nur einen kleinen Stock zu konzentrieren. Wie wir in der Reflexion danach auch nochmal erkannt haben, nimmt man sich sonst kaum Zeit Dinge so intensiv zu betrachten. Würde man sie allein ansehen, wäre man wahrscheinlich in höchsten 2 Minuten fertig damit. Man würde denken, dass man, was auch immer man angeschaut hat, jetzt wirklich in seiner Gänze erfasst hat. Der Zeichenprozess zeigt aber das Gegenteil. Sowas würde ich wirklich gerne öfter machen. 
Als wir dann nochmal alle zusammen betrachtet haben, fand ich es auch so schön, dass alle anders aussahen, alle die Aufgabe vielleicht auch ein wenig anders interpretiert haben. Und vielleicht auch alle eine andere Auffassung und Wahrnehmung dessen hatten, was sie abbilden wollten.

Leider hatten wir an diesem Tag dann keine Zeit mehr an der Bücherkiste weiterzuarbeiten, die Juli und Romy letzte Woche ja so außerordentlich passend in der Bauteilbörse ausgesucht hatten! Aber damit geht’s dann höchstwahrscheinlich nächste Woche weiter!

Kommentare (3)

J
Julia Maass 26. Juni 2026

Auch wenn ich in dieser Sitzung schon viel Zeit mit dir verbracht hatte, fand ich es trotzdem sehr spannend deine Verschriftlichung zu diesem Termin zu lesen, weil ich so nochmal mehr deine individuelle Wahrnehmung des Tages kennenlernen durfte. Mit dem Begriff der Unterwasserwelt waren wir uns ja recht schnell sehr einig in unserer Gruppe, ich find es aber sehr interessant, dass du dir auch noch die Wörter "Flackern, Bewegung und Momentaufnahme" notiert hattest. Beim Zeichnen stimme ich dir ganz zu und finde, dass du nochmal wirklich schöne und passende Worte dafür gefunden hast. Mir hat das "einfach chillig lospinseln" (wie Esther es genannt hat) auch wirklich gut gefallen.

E
Emma Leicht 26. Juni 2026

Danke Juli, wie nett, dass du dir so viele Gedanken gemacht hast <3

R
Romy Trautzl 26. Juni 2026

Emmi danke für diesen netten Beitrag. Ich fand es total schön in der Natur zu zeichnen, weil man so seine Umgebung nochmal anders wahrnimmt. Und ich hatte die Erkenntnis oft sehr hohe Ansprüche an mich zu haben und zu denken „Es muss schön werden.“ aber habe realisiert, wie schön es sein kann, seine Ansprüche an sich selbst mal kurz links liegen zu lassen :)