Universität Bremen
Campusgärtnern
← Blog

Erste Sitzungen - Anouk

5 Min. Lesezeit ADAnouk Döring (sie/er/they)

Gartentagebuch

Anouk Döring

1. Sitzung - 10.04.2026

Ich habe mich für den Kurs Campusgärtnern entschieden, da ich durch die Arbeit auf meiner Parzelle mit dem Gärtnern schon in Kontakt gekommen bin. In vergangenen Sommern habe ich so bereits einiges Garten angepflanzt, die letzten Jahre aber alles etwas schleifen lassen. Ich hoffe durch die Arbeit im Kurs mehr über das Gärtnern zu lernen und einen neuen Zugang zu finden. Es kann sehr anfangs sehr überwältigend sein, da es so viel zu wissen gibt. 

Ich habe mich in der Vergangenheit bereits mit essbaren Wildpflanzen auseinandergesetzt, bin meinen Garten abgelaufen und habe alle möglichen Pflanzen nachgeschlagen. Es ist beeindruckend wie viele Pflanzen auf einer Wiese für Menschen nutzbar sind. Daran habe ich mich vor allem im Laufe des ersten Seminartages erinnert. 

Ich bin mit einer Gruppe den Campus abgelaufen. Wir haben uns verschiedene freie Flächen angeschaut und überlegt wie diese genutzt werden können. Dabei sind mir aufgefallen, wie viele Flächen es gibt, die einfach nicht genutzt werden die ich noch nie wahrgenommen habe und wie weit Initiativen wie die Wilden Wiesen noch reichen könnten. Außerdem haben wir uns in der Gruppe viel gedacht, dass vor allem der Park gegenüber der Glashalle mehr genutzt werden müsste. Zwar gibt es auch dort, beim Teich einen angelegten Garten, aber ein Großteil des Parks ist einfach Grasfläche die abgemäht wird und auch nicht viele Sitzplätze zur Verfügung stellt. Aufgrund der zentralen Lage, würde hier ein weiteres Gartenprojekt viel Sinn ergeben. 

Ich habe mich außerdem erinnert an ein Garten Projekt der Hochschule für Künste Bremen. Hinter der Hochschule verlaufen alte ungenutzte Schienen, bei denen das Projekt “W/Garten” oder “Warten/Garten” ins Leben gerufen wurde. In einem Zine das für die Hochschultage 2022 erstellt wurde, wurde sich angeschaut wo diese Pflanzen herkommen (“Hafengarten”), aber es wurden auch Fragen gestellt, wie was wir von den Pflanzen dort lernen können und was einen Garten zu einem Garten macht. “A piece of land turned into a garden, without much human involvement. [...] »Warten/Garten« is a perfect example of manifestation. A piece of land, that was most probably seen as a financially interesting object, transformed itself into a garden, by just calling the place a garden.”

Link zum Zine https://lenaporath.hfk-bremen.de/green-import/ 

2. Sitzung - 17.04.2026

In der zweiten Sitzung sind wir bei Kinder, Wald und Wiese Bremen e.V.. Es gibt direkt zwei Dinge die mich überraschen. Zum einen, dass mir der Ort noch nie aufgefallen ist. Ich nehme die 6 zwar nicht sehr oft, aber man würde denken oft genug. Aber scheinbar ging es ja vielen so zu gehen. Darüber hinaus hatte ich im vergangen Jahr immer mal wieder Poster und Flyer zum erhalt der Horner Spitze gesehen. Ich dachte es handele sich dabei um den Kleingartenverein. Von Kinder, Wald und Wiese hatte ich noch gar nichts gehört. Zweitens war ich überrascht davon, wie viel Geschichte in so einem recht kleinen Stück Land stecken kann. Von der Geschichte von älteren Bremern, die bereits als Kinder auf diesem Grundstück spielten, bis hin zur Geschichte der Pflanzen, die auf einem kleinen Gebiet ungestört Leben können. Ich glaube beide diese Aspekte überraschen mich, weil ich sie mir in Städten kaum vorstellen kann. Stadt und Natur können zwar zusammen existieren, aber das scheint ja nur selten zu passieren (dafür muss man sich ja nur die Pläne für die Horner Spitze anschauen). Dass es also dieses Stück Land gibt, auf den schon vor Jahren Kinder spielten, die heute Erwachsen sind überrascht mich. Mehr noch, weil hier schon Bauschutt vergraben liegt. Und noch überraschender ist es, dass es hier ein Stück Land gibt, dass so ungestört von Menschen wieder “Ur”wald werden darf. 

3. Sitzung - 24.04.2026

Wir teilen uns in Gruppen auf, um Blumensamen auf dem Campus zu verteilen und Bodenproben zu entnehmen. Die Gruppe 1, selbst auch Gruppe Wilde Biene genannt, macht sich auf an das Ende des Boulevards, hinter der Mensa, um dort eine Bodenprobe von einer Wilden Wiese zu entnehmen. Dort in der Nähe verteilen wir auch die Samen und fragen uns ob diese blühen werden und wo der Wind sie noch hintragen wird. Auf dem Weg zurück zum SFG bemerken wir eine Biene die in unserem Tütchen voller Erde und lassen das fast leblose Tier auf einer Blume auf dem Boulevard zurück. 

Zurück beim Garten hinterm SFG machen sich zwei Leute aus der Gruppe an die Bodenproben, während der Rest von uns beim Gärtnern hilft. Erst verfrachten wir ein paar Eimer Erde in die Hochbeete und beginnen dann Blumenzwiebeln neben dem Naschgarten einzupflanzen, während dort Beerensträucher in den Boden und Kräuter in die Hochbeete gepflanzt werden. Wir ringen eine Weile mit der Frage wie wir die Unterschiedlichen Blumen anordnen sollten, entscheiden uns dann aber mit wenig Plan loszulegen. Nur die höchsten Blumen kommen nach ganz hinten. Dann versuchen wir die Tiefe und den Abstand der Blumenzwiebeln einzuschätzen. Viel tiefer als 8-10 cm kommen wir in der Erde aber nicht, da wir dann auf Steinchen stoßen die die Schaufeln verbiegen. Wir schaffen es bei weitem nicht alle Zwiebeln einzupflanzen bis die Zeit um ist. Am Ende kann man nur ein Feld sehen, umrandet von Ästen, dass etwas unebener aussieht als vorher. Von unserer Arbeit ist noch wenig zusehen. 

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!