Gartentagebuch 10.04 und 17.04
1.Sitzung
In der ersten Sitzung des Seminars "Campus Gärtnern" haben wir uns in vier Gruppen aufgeteilt: Gärtnern, Mapping des Uni-Geländes, Interviews verfassen und das Sammeln von Pflanzen- und Insektenarten. Ich war Teil der letzten Gruppe. Wir haben uns die Wilden-Wiesen in der Nähe des SFGs und Teile beim Mensa-See beobachtet.
Bei den Pflanzen konnten wir eine ganze Menge finden, wie zum Beispiel purpurrote Taubnessel, gewöhnliches Tellerkraut, Schafgarbe und viele weitere. Wir haben daraufhin etwas recherchiert, ob diese Pflanzen einheimisch sind oder invasiv. Eine invasive Art, die armenische Brombeere, konnte dabei bestimmt werden. Eine Überlegung, die wir hatten, war, wie wir diese am besten entfernen können, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Weiter haben wir recherchiert, welche Pflanzen konsumiert werden können. Einige Kräuter haben eine heilende Wirkung (beispielsweise kann Schafgarbe bei Periodenschmerzen helfen).
Beim Mensa-See wurden bereits Beete angelegt, die gefüllt waren mit Pflanzen, die vor allem gut für Bienen sind. Diese Pflanzen helfen, die Vielfalt in unserem Ökosystem zu erhalten.
Wir konnten nur wenige Insekten sehen, aber das lag vermutlich am Wetter, da es noch recht kalt war. Vor allem die Wilden-Wiesen sind im Sommer voller Leben, man kann lautes Summen und Zirpen hören. Das ist möglich, da diese Wiesen nicht gemäht werden, was für die Artenvielfalt vonnöten ist. Auf einer Wiese, die regelmäßig gemäht wird, kann nur ein Bruchteil der Insektenarten überleben. Daher sind diese Stellen, die zum Großteil unberührt bleiben, so wichtig für unser Ökosystem.
Auf den Wilden-Wiesen konnten wir einiges an Müll finden, was mich sehr traurig gemacht hat. Mülleimer in der Nähe sind notwendig, um dies hoffentlich zu verringern. Regelmäßige Müll-Sammel-Aktionen wären auch eine Möglichkeit der Umwelt zu helfen.
Bei dieser Aufgabe dachte ich auch daran, wie vor zwei Jahren auf dem Boulevard Pflanzen eingekreist wurden und daneben die Art geschrieben wurde. Ich konnte herausfinden, dass diese Pflanzenbestimmgungsgruppe von Martin Diekmann geleitet wurde. Ich habe ihn daraufhin gefragt, ob wir die damaligen Ergebnisse haben können. Sobald ich diese habe, werde ich sie an die Gruppe weiterleiten. Wir könnten weiter auch den Boulevard erkunden, nach Pflanzen und mit den vergangenen Ergebnissen vergleichen, ob und wie sich die Vielfalt verändert hat.
Es gibt so viele Stellen auf dem Campus um Umweltschutz und Artenvielfalt weiter zu verbessern, ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Sitzungen. Ich freue mich darauf, mehr Wissen zu bekommen über schon existierende Projekte und über die Zusammenarbeit mit diesen
2.Sitzung 17.04.2026
In der 2. Sitzung des Seminars haben wir uns an der Horner Spitze mit dem Verein “Kinder Wald und Wiese” getroffen. Bei der Rundführung wurde uns einiges über die Geschichte des Ortes erzählt. Mir waren die Diskussionen rund um diesen Ort nicht bekannt zuvor, und wie viel Geschichte und Emotionen für Menschen damit verbunden sind. Dabei bin ich schon hunderte Male direkt daran vorbei gefahren. Es ist erstaunlich, was an mir vorbei gegangen ist über die Stadt, in der ich lebe. Inzwischen achte ich jedes Mal darauf, ob ich in der Bahn die Pferde sehen kann.
Spannend war auch, dass es eine Stelle gibt, in der etwas vergraben ist, was für die Stadt zu teuer ist, um es zu bergen. Es ist erstaunlich, wie wenig es mich erstaunt, dass in der Vergangenheit so mit potentiell gefährlichen Stoffen umgegangen wurde. Und nunja, vermutlich ist es heute nicht viel besser. Die Natur wird häufig von Kapitalisten als Verbrauchsgut angesehen, nicht als wichtiger Bestandteil unseres Lebens.
Der Ort ist voller Potential, um einen Drittort für die Gemeinschaft zu schaffen. In der Brainstorming-Session kamen uns viele Ideen, die von Ben vom Verein offen angenommen wurden. Ideen wie ein Sommerfest, ein Kunst-/Pflanzenflohmarkt und auch Schilder, um mehr Sichtbarkeit zu schaffen.
Es war sehr beruhigend, die Zeit in der Natur zu verbringen. Vor allem in der Nähe von den Pferden und Ziegen. Ich konnte bei mir bemerken, wie meine Stimmung langsam kippte, als wir zurück zum Campus gegangen sind. Es hat mir wieder gezeigt, dass wir Menschen nicht dafür gemacht sind, Stunden lang drinnen zu verbringen.
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