Gartentagebuch 10.04.
10. April 2026:
Ich hatte keine großen Erwartungen an das Seminar, vielleicht auch unter anderem, weil ich mir nicht zu einhundert Prozent etwas darunter vorstellen konnte. Tatsächlich wurden wir ja bereits schon in der ersten Sitzung aktiv - ich hatte mich der Gruppe angeschlossen, die sich um die Blumenbeete kümmern würde. Wir gingen in den “Garten” und fingen an, die alte Erde aus den Beeten zu holen. Auch wenn es eine recht simple Aufgabe war, empfand ich Freude dabei. Ich realisierte, dass ich schon länger keinen richtigen Kontakt mehr zu Erde hatte (wann hatte das eigentlich aufgehört?). Das höchste der Gefühle war, dass ich im Sommer vor zwei Jahren Tomaten züchten und ein paar andere Blumen einpflanzen wollte, u.a. um unseren Balkon zu verschönern, weswegen ich mir einen Sack Erde im Baumarkt kaufte, aber das war es dann auch schon. Es fühlte sich gut an, etwas zu tun zu haben und nicht nur herumzustehen, aber später kam dann der Zeitpunkt, ab dem ich nicht wusste, wo man noch hätte mithelfen können, weswegen ich nur da stand und mich unglaublich nutzlos fühlte. Ich war aber erleichtert, als ich merkte, dass einige andere auch nur da standen, weil sie nicht mehr wussten, was noch zu tun wäre. Im Gegensatz dazu arbeiteten Esther und Oliver fast ununterbrochen. Ich fühlte mich etwas schlecht, aber auf der anderen Seite denke ich auch, dass es ein Stück weit normal ist/war, planlos zu sein, besonders am Anfang, wo das “Projekt” noch in den Startlöchern ist.
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