Universität Bremen
Campusgärtnern
← Blog

Gartentagebuch 10.04.2026

2 Min. Lesezeit Paulina (sie/ihr)

Schon als ich das Seminar gewählt habe, hatte ich die Erwartung, dass es anders wird als Seminare, die ich bisher besucht habe: Seminare, die drinnen, oft in Form von Frontalunterricht, vorwiegend theoretischer Wissensvermittlung und mit ein paar Gruppenarbeiten stattgefunden haben. Dass wir direkt die erste Sitzung größtenteils draußen verbracht haben, hat, meines Gefühls nach, sowohl etwas in der Kursdynamik als auch in dem Gefühl, wie man etwas lernt, verändert. Auf einmal fanden wir uns, aufgeteilt in unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Aufgaben, bei schönem Wetter draußen wieder und ich kam als Teil der Gartengruppe nicht nur mit der Natur, sondern direkt auch mit neuen Menschen und Eindrücken in Kontakt.

Ich verfüge über wenig Wissen bezüglich der Gartenarbeit, finde aber das Seminar als Verbindung von Mensch und Natur interessant, vor allem, da in der Kulturwissenschaft ja auch das Konzept der dichotomen Trennung einer Welt in eine Sphäre der Natur und der Kultur kritisch hinterfragt wird. Warum gibt es eigentlich die Trennung von Kultur-, Geistes- und Naturwissenschaften? Können wir nicht alle etwas voneinander lernen?

Das Seminar hat mir jetzt schon gezeigt, dass es mir Spaß macht, praktisch mit meinen Händen zu arbeiten, und mich dazu inspiriert, mich öfter darauf einzulassen. Durch das Bildungssystem bin ich theoretische Arbeit, theoretisches Denken gewöhnt, dass ich erstmal mit dem Seminar warm werden musste. Auch daran, dass wir nicht direkt zu Beginn gesagt bekommen haben, was die Prüfungsleistungen sind, war für mich neu, aber es ist interessant, sich selbst zu hinterfragen. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft finde ich den Fokus auf den Prozess wichtig und bleibe gespannt, was noch auf uns zukommt.

Auch ein Gespräch über meine Verbindung zum und Erfahrungen im Garten zu führen, war interessant, weil es mir gezeigt hat, dass explizit der Garten, in dem ich aufgewachsen bin, für mich eine größere emotionale Bedeutung hat als ich dachte. Ich freue mich auf den Prozess, darauf, Neues zu lernen, neue, kulturwissenschaftliche Perspektiven zu bekommen, meine Verbindung zur Natur zu stärken und durch das Seminar Abwechslung in den theoretischen Unialltag zu bringen- für den Kopf und für die Hände. Ich mag den Begriff, dass man „sich erdet“, wenn man Ruhe finden möchte, und dadurch eine Verbindung vom Körper und der Psyche mit der Natur, der Erde, dem Planeten, auf dem wir leben, aufbaut, um sich auf die wesentlichen Dinge zu besinnen. 

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!