Gartentagebuch 17.04.2026
In der zweiten Sitzung haben wir unsere erste, kleine
Exkursion zum Verein „Kinder, Wald und Wiese e.V.“ gemacht. Das Seminar wieder
außerhalb der Seminarräume zu starten, war toll und ich habe mich gefreut,
einen Einblick in eine Initiative zu bekommen, die mir vorher fremd war. Ich
fand es interessant, dass sowohl Oliver als auch Esther persönliche Bezüge zu
dem Ort haben. Dennoch hat es sich für mich etwas komisch angefühlt, dass wir,
wie Ben, der, wie ich es verstanden habe, zum Vorstand des Vereins gehört, uns
erklärte, als universitäre Forschungsgruppe dorthin gehen, wo sonst eher
Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen zu Besuch kommen. Auf der
anderen Seite hat mir die Sitzung heute wieder gezeigt, wie wichtig es ist, in
kulturwissenschaftlichen Kontexten Kontakte zu knüpfen und wie gut es
funktionieren kann.
Nach unserem Besuch ging auch Oliver nochmal auf das Thema
ein, da der Schlüsselbegriff „Zugänglichkeit“ auch im Kontext mit dem Verein
„Kinder, Wald und Wiese e.V.“ gefallen war. Kontakte zu Menschen öffnen uns
Türen zu neuen Ideen und Möglichkeiten. Mir hat es gefallen, wie viele Ideen
aus den Studierenden hervorsprudelten, um gemeinsame Projekte umsetzen zu
können, nachdem Ben uns einmal über das Gelände geführt und mit
Hintergrundwissen gefüttert hatte. Die Angebote des Vereins sind vielfältig.
Die Verbindung des Fokus auf Naturerfahrungen, tiergestützter Pädagogik für
Kinder und Jugendliche sowie die gemeinsame Arbeit am Gemeinschaftsgarten und
Begegnungen, Zusammensein in der Natur bietet viele Möglichkeiten. Ich finde es
immer inspirierend, wenn Menschen Ideen für Projekte haben und für die
Umsetzung brennen. Auch in dem Kontext mit der durch die WFB Bremen bedrohten
Horner Spitze wird wieder klar, dass alles politisch ist. Dadurch, dass ich die
WFB erst vor wenigen Tagen selbst kennengelernt habe, bringt mich diese
Situation zum Nachdenken. Durch das Seminar weitet sich mein Blick für
landwirtschaftliche und naturverbundene Räume in Bremen, die ich bisher noch
nicht kannte, und auch für die Wichtigkeit dieser.
In der anschließenden Feedbackrunde nach dem Besuch wurde
der Gedanke geäußert, dass es Menschen immer darum geht, Räume und Orte zu
benutzen, zu besitzen, zu definieren. Ich stimme dem zu und finde es
einerseits schön, da ich es mag, wenn Menschen etwas eine tiefere Bedeutung
geben und ihren persönlichen Touch hinterlassen. Auf der anderen Seite ist es
erschreckend, zu wie viel Leid die Konsequenzen dieser Annahme führen.
Besonders aufgrund der Idee, die sich am Ende der Sitzung bezüglich der Prüfungsleistung
für mich ergeben hat, bin ich jetzt sehr gespannt auf und motiviert für den
weiteren Prozess des Seminars. Ich freue mich darauf, dass wir mit unserer Idee
für die Prüfungsleistung Wissen mit kreativen Ideen verbinden und
kulturwissenschaftliche Perspektiven in diese einflechten können. So langsam
wird mir bewusst, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich mit
kulturwissenschaftlichen Perspektiven auseinanderzusetzen und es macht mir viel
Freude.
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