Julis Gartentagebuch Woche 3
Liebes Gartentagebuch!
Der heutige Termin war bisher mein Lieblings-Termin, heute war es richtig lustig! Also damit meine ich nicht, dass ich die letzten beiden Termine nicht mochte, sondern eher, dass heute halt besonders interessant und vor allem aktiv war. Ich habe heute das erste Mal im Rahmen dieses Seminars richtig “gegärtnert”, indem ich eine Stachelbeere eingepflanzt habe. Danach hatte ich irgendwie schon so ein kleines Erfolgserlebnis und habe mich total an “meiner” Pflanze erfreut.
So, jetzt habe ich aber schon einiges vorweggenommen und muss nochmal kurz zurückrudern, um den Tag in richtiger Reihenfolge zu schildern.
Wir haben uns am Anfang im Seminarraum getroffen und uns in 5 Gruppen à circa 7-8 Personen eingeteilt. Meine Gruppe hatte die Aufgabe, im Garten neben dem SFG bzw. dem International Office Samen zu verstreuen, die Oliver und Esther uns bereitgestellt haben. Das sollten wir an Stellen machen, die für den Rasenmäher potentiell schwer zu erreichen wären, damit sich aus den Samen auch wirklich schöne Blumen entwickeln können. Wenn ich ehrlich bin, war ich zunächst - oder bin es eigentlich auch immer noch - etwas skeptisch, ob die verstreuten Samen sich auch wirklich entwickeln werden. Der Grund dafür ist, dass ich irgendwie immer dachte, dass man die eher ein wenig einbuddeln und dann regelmäßig gießen müsse, wir sie aber nur “oberflächlich” verteilt haben. Aber ich bin gespannt, vielleicht bin ich auch einfach nur zu pessimistisch und eigentlich entwickeln sich daraus richtig schöne Blumen. Das wäre so toll! Ich bin gespannt…
Außerdem hatten wir die Aufgabe, eine Bodenprobe von dem uns zugeteilten “Gartenstück” zu nehmen. Da haben wir also eine großzügige Handvoll Erde genommen und diese in eine Plastiktüte gepackt. Die Auswertung der Proben hat dann später Oliver gemeinsam mit ein paar anderen Studierenden vorgenommen und ich habe nichts weiter davon mitbekommen. Ich bin also gespannt, wie die Auswertung der verschiedenen Bodenproben beim nächsten Termin sein wird. Nachdem wir unsere Samen verstreut und Bodenproben genommen haben, hat Esther uns verschieden Sträucher vor die Nase gestellt. Das meine ich nicht wie normalerweise im übertragenen Sinne, sondern literarisch, also wir sind wirklich mit unseren Nasen direkt an die Blätter herangetreten und haben an den Pflanzen gerochen. Daraufhin haben wir an Hand des Geruchs und des Aussehens eine Raterunde gestartet, um welche Pflanzen es sich konkret handelt. Darin war ich echt nicht so gut, allerdings muss ich auch zu meiner Verteidigung sagen, dass es alles Beerensträucher waren und ich mich mit Beeren nicht sonderlich gut auskenne, weil sie mir tatsächlich alle gar nicht schmecken haha. Aber ich war wirklich beeindruckt, wie gut die anderen sich teilweise auskannten, insbesondere Ari und Colja. Ari hat uns auch einen total spannenden Fun Fact zu Johannisbeeren erzählt, nämlich, dass man diese nicht essen sollte, wenn man die Pille nimmt, da sie deren Wirkung aufheben. Das fand ich sehr interessant!
Nach dem Pflanzen-Raten ging es dann ans Pflanzen-Einbuddeln - das war wirklich spaßig. Allerdings hatten wir nur ein oder zwei Schaufeln, deswegen mussten wir nacheinander pflanzen und es hat etwas länger gedauert. Das fand ich allerdings gar nicht schlimm, da wir so die Gelegenheit und Zeit hatten, ein bisschen mehr miteinander ins Gespräch zu kommen, was ich wirklich nett fand! Teilweise haben wir die Sträucher dann auch gemeinsam eingepflanzt und ich würde auf jeden Fall sagen, dass diese gemeinsame Tätigkeit uns als Gruppe auch etwas näher zusammengebracht hat.
Der Höhepunkt war dann, als Romy vorgeschlagen hat, ob wir nicht mal unsere Socken und Schuhe ausziehen wollen. Da waren einige von uns sofort dabei und so kam es dann, dass wir auf einmal barfuß herumgelaufen sind. Das fand ich unerwartet schön! Wir sind auf einen Haufen Erde geklettert und anschließend mehrere Runden durch den kleinen Barfußpark gelaufen, mal mit geöffneten Augen, mal mit geschlossenen. Dabei haben wir uns auch darüber ausgetauscht, wie man Park noch ausbauen könnte, zum Beispiel mit einem Geländer o.ä. und haben darüber gesprochen, wie nett es wäre, auf dem Gelände des Kinder Wald und Wiese e.V. einen Barfuß-Park zu erbauen. Darauf hätte ich wirklich Lust!
Abschließend haben wir dann noch kleine Kieselsteine um unsere neu gepflanzten Sträucher gelegt, um diese zu markieren und vorzubeugen, dass Menschen sie übersehen und ausversehen drauf trampeln oder sie sogar wegmähen. Heute war ein wirklich aktiver Tag und ich hatte viel Spaß dabei, praktisch zu arbeiten und so viel draußen zu sein!
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