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Vierte Sitzung Wissens-Wiki (05.06.2026)

3 Min. Lesezeit MKMaya Kunz (sie/ihr)


In der dieswöchigen Sitzung waren wir ziemlich aufgesplittet in Kleingruppen. Zu Beginn haben wir besprochen, was getan werden muss und uns geeinigt, das neu angelegte Beet umzugraben und zu düngen, die neuen Pflanzen basierend auf den letztwöchentlich besprochenen Zehrer-Logiken anzuordnen und dann dementsprechend zu pflanzen und es sollten Aschenbecher aus Tetrapacks gebastelt werden. Ich bekam tatsächlich mit Julian gemeinsam noch eine weitere Aufgabe: Im Garten des Sfg hatten Esther und Oliver in der vorherigen Woche eine Ansammlung an Kronkorken rund um die Sitzmöglichkeiten entdeckt. Wir sollten diese aufsammeln und im selben Zuge zur Bibliothek gehen. Dort gibt es nämlich an der Garderobe die Möglichkeit, seine Kronkorken abzugeben, damit diese recycelt werden. Wir liehen uns von dort ein Behältnis zum Aufsammeln und lasen im Garten einige Kronkorken auf. Es waren jedoch, wie Oliver meinte, nicht mehr im Ansatz so viele, wie in der vorherigen Woche. Das bedeutet, jemand muss sie aufgesammelt haben, was uns natürlich freut: Vielen Dank! 

Die restlichen Deckel brachten wir mit dem Behältnis zur Bib zurück und überlegten dann mit Esther zusammen, dass es doch gut wäre, genau an solchen Stellen - wo viele Getränke konsumiert werden - auch Behältnisse zum Sammeln zu haben. Wichtig war es jedoch, etwas Wetterfestes und mit Abflussmöglichkeit zu finden. Esther fand in ihrem Büro noch einen Blumentopf aus Ton mit einem Loch im Boden. Diesen bemalten Julian und ich bis zur Mittagspause in dem improvisierten Atelier, in dem auch die Gestaltungs-Crew der Aschenbecher arbeitete. Wir entschieden uns für helle Farben, die möglichst ansprechend wirken sollten und Blumen, damit es auch zu unserem Seminar passt. Am Ende schrieben wir noch in gut lesbarem Schwarz “Kronkorken” auf den oberen Rand und füllten ein paar der gesammelten Kronkorken ein, um die Leute zur Nutzung des Behälters zu motivieren. Er steht nun neben den Sitzmöbeln im Garten.

Im letzten Drittel der Stunde nach der Mittagspause haben wir uns mit Kapitel zwei des James Bridle Textes beschäftigt. Ich fand es einen sehr spannenden Ansatz, aus unseren Gedanken und Assoziationen  eine Collage zu machen. Zunächst leuchtete es mir auch noch gar nicht ein, doch dann sah ich Bilder in den Zeitschriften, die perfekt zum Thema Lebensgemeinschaft und gemeinsames System passten. Es war auch spannend zu beobachten, was andere für Assoziationen hatten und was sie in Fotos sahen. Besonders interessant war dann aber das abschließende Gespräch. Ich wusste nicht, dass Pflanzen für Kriminalfälle herangezogen werden können  und über die rumänische Holzmafia bin ich auch viel zu wenig informiert. Ganz besonders im Kopf geblieben ist mir allerdings Esthers Aussage dazu, dass der Individualismus und die Schaffung des Menschen als Individuum der Auslöser für Unterdrückung sind. Denn es stimmt natürlich, dass wir im wörtlichsten Sinne nach der im Volksmund bekannten Auslegung von Kants Kategorischem Imperativ “Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem Anderen zu” leben würden, wenn wir uns mit den anderen Menschen als Einheit und gemeinsames System verstehen würden, statt als Einzelkämper*innen. So ging ich recht nachdenklich ins Wochenende.


Kommentare (2)

O
Oliver Lenz 10. Juni 2026

Am Anfang des Seminars, war ich in der Gruppe, welche gucken sollte, wie man das Beet bepflanzt. Es war gar nicht so einfach, wie ich anfangs dachte. Denn auch wenn 3 Pflanzen kompatibel sind, gibt es eine Weitere, welche mit 2 der 3 kompatibel ist, mit der letzten aber gar nicht zurechtkommt. Es ging also ewig hin und her, bis wir ein gutes Layout gefunden haben, sodass jede Pflanze die bestmöglichen Bedingungen hat. Im weiteren Verlauf des Seminars, habe ich geholfen die Pflanzen zum Beet zu tragen und habe mich dort nützlich gemacht durch das Verteilen der Muttererde und dem Umpflanzen mehrerer Lavendeltöpfe. Es hat angefangen zu regnen und wir waren gegen Ende alle dreckig, aber es hat echt viel Spaß gemacht und ich fands schön zu sehen, wie uns das alle nicht aufgehalten hat, obwohl wir dafür sogar unsere Pause geopfert haben. Es kam während der Arbeit zu schönen und wichtigen Gesprächen über Natur, die Pflanzen, welche man einpflanzte und darüber, wie schön man abschalten kann.

J
Julian Schmidt 23. Juni 2026

Mir hat die Idee mit dem Kronkorken-Sammelbehälter besonders gut gefallen. Bei der Gestaltung des Blumentopfes habe ich die gelben Linien übernommen, während Maya die Blumen kreativ gestaltet hat. Es hat Spaß gemacht, gemeinsam etwas Praktisches und zugleich Ansprechendes zu schaffen, das Menschen zur Nutzung motiviert. Besonders schön finde ich, dass man im SFG-Garten von Woche zu Woche sieht, wie sich durch unsere gemeinsame Arbeit etwas verändert. Jede Person übernimmt andere Aufgaben und trägt zum Gelingen bei. So entsteht Schritt für Schritt etwas Neues und Nachhaltiges. Die Verbindung zum Text von James Bridle ist mir dabei ebenfalls aufgefallen. Er beschreibt, wie Pflanzen und andere Lebewesen in Gemeinschaften zusammenwirken und Teil größerer Systeme sind. Ähnlich erlebe ich unser Seminar: Durch unterschiedliche Ideen und Fähigkeiten erreichen wir gemeinsam mehr, als jede Person allein schaffen könnte.